Für Kinder kreativ – Neue Dächer für Kindertagesstätten und Schulen

Rutschbahn auf einem Schrägdach

Der Kindergarten „Rasselbande“ in Erfurt erweitert die Spielmöglichkeiten für die Kinder mit einer Rutschbahn vom Dach.

Photovoltaikanlage auf einem Schulgebäude

Vorbild: das Schulzentrum Neckargmünd kombiniert 4000 m² Dachbegrünung mit Photovoltaik und nutzt die Synergieeffekte.

Dachbegrünung in Kombination mit Photovoltaik

Blühende Pflanzenvielfalt auf dem sanierten Dach der Kita „Humboldtpinguine“ in Essen-Haarzopf. © ZinCo / Grün + Dach

Laufbahn auf dem Dach eines Schulgebäudes

Da sich unterhalb der Laufbahn Klassenräume befinden, musste man besonders auf die Trittschalldämmung achten.

Dränage- und Bautenschutzplatte Elastodrain® EL 202 während der Bauphase

Die hoch belastbare Dränage- und Bautenschutzplatte Elastodrain® EL 202 ist Unterbau für Tartanlaufbahn und Gehbelagsflächen.

Neubau, Umbau, Erweiterung und auch Sanierung von Kindertagesstätten und Schulen stellen vielschichtige Anforderungen an Bauherren, Architekten und Ausführungsbetriebe. Getragen von den Ansprüchen an Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Energiebilanz eines Gebäudes, nebst aller Vorschriften und Richtlinien für die planerischen Rahmenbedingungen solcher Einrichtungen, eröffnen sich immense Gestaltungsspielräume. Allein das Gebäudedach vermag in einer wahren Vielfalt an unterschiedlichen Formen und Nutzungsvarianten gestaltet werden. Mit den Dachbegrünungssystemen von ZinCo sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Seit Jahren fließen enorme bauliche Investitionen in den Kindergarten- und Schulbereich. Hauptgrund dafür ist der Ausbau der Kita-Plätze, bedingt durch den seit dem 1. August 2013 geltenden Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr. Nach Angaben des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend stellte der Bund den verantwortlichen Ländern und Kommunen bis 2014 insgesamt 5,4 Milliarden Euro zur Verfügung, um zusätzliche Plätze in Kitas und in der Kindertagespflege zu schaffen. Ein Gesetzesenwurf des Bundesrates sieht vor, dass die Fristen für Baumaßnahmen im Rahmen der Investitionsprogramme zur Kinderbetreuungsfinanzierung verlängert werden. Der Ausbau geht kontinuierlich weiter.

Kinder verbringen auch zunehmend mehr Lebenszeit in ihren schulischen und vorschulischen Einrichtungen. Der Ausbau von Ganztagesbetreuung und Ganztagesschule verändert auch die konzeptionellen Anforderungen an die räumlichen Gegebenheiten der Gebäude, an Pausenzonen, an Spiel- und Sportbereiche auch im Freigelände und deren städtebauliche Integration. Dabei spielt auch das Gebäudedach eine entscheidende Rolle, wie verschiedenste Beispiele im Folgenden zeigen.

Gelungene Lösungen auf dem Dach

Die Dächer von Kindergärten und Schulen sind in der Regel flach oder leicht geneigt, je nach Objekt in einer durchschnittlichen Größenordnung von rund 200 bis 2.000 m², oft auch in einzelne Teildachflächen gegliedert. Bei Neubau und Sanierung steht grundsätzlich die Langlebigkeit des Gebäudes im Fokus, was per se bereits eine Dachbegrünung bedingt, da diese die Dachabdichtung hervorragend vor Witterungseinflüssen und Temperaturschwankungen schützt und damit ihre Lebensdauer erheblich erhöht. Ob die Wahl auf eine pflegeleichte, sich selbst regenerierende Extensivbegrünung fällt oder ein Dachgarten erwünscht ist, der zudem als Nutzgarten wie beim „Urban Farming“ dienen könnte, sei dahin gestellt.

Begrünungstechnisch jedenfalls ist nahezu alles möglich, sofern die Baustatik entsprechende Lasten erlaubt. So bringt auch ein Schulgarten auf dem Dach mit Tomaten, Beerensträuchern oder Apfelbäumen die gewünschten Ernteerfolge. Die Pflege einer Intensivbegrünung gleicht der einem Garten zu ebener Erde inklusive angemessener Bewässerung. Selbstredend gilt bei der Pflanzenauswahl im Umfeld von Kindern der Verzicht auf giftige Pflanzen.

Allemal lassen sich auch Sitz- und Gehbereiche sowie Spielplätze auf Dächern anlegen. Beim Kindergarten „Rasselbande“ in Erfurt führt zum Beispiel eine Rohrrutsche direkt vom Dach auf den Boden.

Je nach Objekt und Gestaltungswunsch bietet ZinCo verschiedene Systemaufbauten zur fachgerechten Begrünung, einschließlich entsprechender Geländerlösungen, die ohne Dachdurchdringung auskommen – bautechnisch ein klarer Vorteil.

Sinnvoll auch Grün und Solar

Neben den klassischen Extensiv- und Intensivbegrünungen ergibt sich eine weitere Nutzungsvariante für das Flachdach: die Kombination von Dachbegrünung und Solarnutzung. Hier ergeben sich Synergieeffekte bereits in der Anlage durch die Verwendung der Gründach-geeigneten Basisplatten, welche die Solaraufständerung ebenfalls ohne Durchdringung der Dachabdichtung gemäß dem Auflastprinzip fixieren. Im laufenden Betrieb sorgt die extensive Dachbegrünung für eine vergleichsweise geringere Umgebungstemperatur und damit sogar für einen um rund 4 % höheren Leistungsgrad der Photovoltaik-Module. Beispiele dazu gibt es vor allem auf Schuldächern aufgrund ihrer Größenordnung, z. B. das Schulzentrum in Neckargmünd, das auf einer Dachfläche von stolzen 4000 m² Photovoltaikmodule trägt.

Blühendes Beispiel – Kita „Humboldtpinguine“

Ein klassisches Beispiel wunderschöner und sehr artenreicher extensiver Dachbegrünung bietet die evangelische integrative Kindertagesstätte „Humboldtpinguine“ in Essen-Haarzopf, deren 400 m² großes Dach im April 2012 saniert wurde. Der erfahrene Dachgärtner Grün + Dach Garten- und Landschaftsbau übernahm Planung, Ausführung und Pflege des neuen Gründaches. Auf der Grundlage einer wurzelfesten bituminösen Abdichtung startete die Verlegung der Speicherschutzmatte SSM 45. Da das Dach nur 2 % Gefälle aufweist, ist mit Pfützenbildung zu rechnen. Durch stehendes Wasser verursachte Schäden an den Pflanzenwurzeln lassen sich mit dem passenden Systemaufbau mit Floraset® FS 50 vermeiden, da diese 50 mm hohen Dränelemente den notwendigen Abstand zu stehendem Wasser sicherstellen. Dadurch wird der Begrünungsaufbau gegenüber dem Standardaufbau mit den 25 mm hohen Dränelementen Floradrain® FD 25 zwar höher, jedoch nicht schwerer, da die Floraset®-Elemente aus Hartschaum sehr leicht sind. Auf die Dränschicht folgt das Systemfilter SF und eine 8 cm hohe Substratschüttung „Steinrosenflur“, abgestimmt auf die gewünschte Begrünung mit besonderer Artenvielfalt. Ausgebracht wurden pro Quadratmeter Dachfläche 40 g Sedum-Sprossen sowie 10 Flachballenpflanzen eigens ausgewählter Arten, wie z. B. Alpen-Steinquendel Acinos alpinus, Missouri-Nachkerze Oenothera macrocarpa, Gamander Teucrium chamaedrys und Wald-Erdbeere Fragaria vesca. Insgesamt sind es 22 verschiedene Arten.

Wie jedes Flachdach wird auch die Dachbegrünung zu Wartungszwecken und zur Dachpflege ein bis zwei Mal pro Jahr begangen, was eine Absturzsicherung voraussetzt. Daher ist bereits in den Begrünungsaufbau das Absturzsicherungssystem Fallnet® SR integriert, bestehend aus Rasterelementen mit festem Einzelanschlagpunkt und gehalten von der Auflast des Substrates. Nach dem gleichen Einbauprinzip ist um den vorhandenen Solarthermie-Kollektor das benutzerfreundliche Schienensystem Fallnet® SR Rail verlegt, an dessen beweglichem Anschlagpunkt sich eine Person sichern kann. Auf diese Weise sind Durchdringungen der Dachabdichtung überflüssig.

Dieses Objektbeispiel zeigt, dass die richtige Wahl des Begrünungssystems und bautechnische Details für den dauerhaften Begrünungsserfolg und den tatsächlichen Schutz der Abdichtung ganz entscheidend sind.

Schneller Lauf an der „Gorch-Fock-Schule“

Ein besonders ausgefallenes Beispiel aus dem Schulbereich zeigt die Grundschule „Gorch-Fock“ in Hamburg-Blankenese mit ihrem Erweiterungsbau. Dieser beherbergt acht Klassen- und Gruppenräume sowie eine Pausenhalle und bietet eine 400 m² große Dachfläche als Teil einer Tartanlaufbahn. Die Topograhie des Schulgeländes legte den Architekten BRT Bothe, Richter, Teherani aus Hamburg diese Form der Neugestaltung nahe, bei der die Tartanbahn vom gewachsenen Boden her kommt, über das Vordach des hochmodernen Neubaus führt und wieder in gewachsenen Boden übergeht. Um diese Laufbahn auf dem Dach realisieren zu können, kam der ZinCo Systemaufbau mit Elastodrain® EL 202 zum Einsatz. Der Garten- und Landschaftsbaubetrieb Wiese und Suhr aus Hamburg startete auf der wurzelfesten, bituminösen Dachabdichtung mit der Verlegung der Trenn- und Gleitfolie TGF 20. Daran schloss sich die extrem hoch belastbare Dränage- und Bautenschutzplatte Elastodrain® EL 202 aus vollvulkanisiertem Kautschuk an, die auch als Trittschalldämmung fungiert – abgedeckt mit dem Systemfilter PV. Es folgte eine etwa 25 cm hohe Tragschicht entsprechend DIN 18035-6. Zuoberst befindet sich PU-gebundener Splitt als Untergrund für die Kunststoffbeschichtung der Tartanlaufbahn. Neben 280 m² Tartanbelag befinden sich weitere 160 m² Plattenbelag auf dem Vordach. Wie auch dieses Beispiel zeigt, sind mit der richtigen Systemtechnik äußerst vielfältige Lösungen auf Dächern möglich

Die Technik muss stimmen

Wirtschaftlich und nachhaltig kann nur gebaut werden, wenn dauerhaft funktionssichere Systeme zum Einsatz kommen. Auf der Basis von objektspezifischer Planung und fachgerechter Umsetzung sind den Ideen zur Dachbegrünung und Dachnutzung keine Grenzen gesetzt. Und dann gewinnen die Kinder in Schulen und Kitas eine große Bereicherung mit und auf den Dächern.

Autor: Roland Appl, Technischer Leiter ZinCo GmbH

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